R3 Öffentliche Bauten und Anlagen

Bereiche Details

I. Richtungsweisende Festlegung
R3 Die Standorte von öffentlichen Bauten und Anlagen werden auf die angestrebte Raum- und Zentrenstruktur abgestimmt. Die Planung, die Realisierung und der Betrieb der öffentlichen Immobilien sollen bedürfnisgerecht, wirtschaftlich und umweltschonend sein.
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II. Erläuterungen
Grundlagen

Nach Art. 3 Abs. 4 RPG sind für öffentliche oder im öffentlichen Interesse liegende Bauten und Anlagen sachgerechte Standorte zu bestimmen. Insbesondere sollen:

  • regionale Bedürfnisse berücksichtigt und störende Ungleichgewichte abgebaut werden;
  • Einrichtungen wie Schulen, Freizeitanlagen oder öffentliche Dienste für die Bevölkerung gut erreichbar sein;
  • nachteilige Auswirkungen auf die natürlichen Lebensgrundlagen, die Bevölkerung und die Wirtschaft vermieden oder gesamthaft gering gehalten werden.
Ausgangslage

Der Kanton Luzern verfügt über ein zweckmässiges Angebot an öffentlichen Bauten und Anlagen mit einer guten räumlichen Verteilung. Mit den getätigten Investitionen konnten im Bildungsbereich und im Gesundheitsbereich in den letzten Jahren wesentliche Verbesserungen erreicht werden.

Im Bildungsbereich wurden bei den Mittelschulen und der landwirtschaftlichen Ausbildung wesentliche betriebliche und bauliche Optimierungen zu Gunsten des ganzen Kantons erreicht. Die Umsetzung des neuen Mittelschulzentrums Baldegg gab im Seetal wichtige Impulse für weitere Projekte, insbesondere für die Realisierung der Interkantonalen Polizeischule Hitzkirch und den Ausbau der Schulinfrastruktur der Gemeinde Hochdorf. Weiter wurden die Mittelschulen Beromünster, Sursee und Willisau ausgebaut und die Infrastrukturanlagen der landwirtschaftlichen Bildung optimiert.

Im Gesundheitsbereich wurden mit der Erweiterung und Sanierung des Spitals Sursee wesentliche betriebliche und bauliche Optimierungen erreicht. Mit der Inbetriebnahme der neuen Frauenklinik und des Neubaus des Instituts für Medizinische Mikrobiologie wurden zwei wichtige Schwerpunkte am Kantonsspital Luzern geschaffen.

Immobilienstrategie Mit der Erarbeitung einer übergeordneten Immobilienstrategie des Kantons Luzern soll die Optimierung weitergeführt werden. Die Leistungen sollen effizient, qualitativ hochwertig und kostengünstig erbracht werden, wobei im Sinn der strategischen Ausrichtung des Kantons auch öffentliche Einrichtungen (etwa im Bildungs- oder im Gesundheitswesen) in ausserkantonalen Zentren für die Luzerner Bevölkerung zugänglich sein sollen. Grosse Herausforderungen stehen in allen Bereichen an.
Bildung Mit dem Kauf des Postbetriebsgebäudes Luzern und dem Umbau für die Universität und die Pädagogische Hochschule Luzern kann ein wichtiger Pfeiler im Hinblick auf die Realisierung des Projekts „eine Hochschule Luzern – Zentralschweiz“ des Reformprojekts 06 umgesetzt werden. Dies ermöglicht optimale Synergien innerhalb der gesamten Hochschullandschaft. Mit dem Umbau der Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern und der Lösung der Kapazitätsprobleme der Büchermagazinierung steht ein weiteres wichtiges Projekt des Bildungsbereiches vor der Realisierung. Das starke Wachstum im Fachhochschulbereich bedingt eine weitsichtige strategische Ausrichtung mit einem neuen Schwerpunkt für Infrastrukturen in der Agglomeration Luzern. Die Berufsschulbildung wird mit zukunftsgerichteten Berufsfeldern neu organisiert und die bestehenden, im ganzen Kanton Luzern verteilten Berufsschulzentren organisatorisch und baulich an die neuen Anforderungen angepasst. Damit können optimale Strukturen und Infrastrukturen zur Verfügung gestellt und die Berufsbildung qualitativ hochwertiger und effizienter durchgeführt werden.
Gesundheit Die Werterhaltung der bestehenden Gebäude im Gesundheitsbereich und die prozessorientierte Erbringung der zukünftigen Leistungen bedingen grosse Investitionen, vor allem an den Spitalstandorten Wolhusen und Luzern. An erster Stelle stehen die Sanierung des Kantonsspitals Wolhusen, die Erweiterung und Sanierung des Kinderspitals Luzern, die Erweiterung und betriebliche Optimierung des Spitalzentrums am Kantonsspital Luzern und die betriebliche und bauliche Optimierung der Augenklinik am Kantonsspital Luzern. Von überkantonaler Bedeutung ist zudem die Klinik der Luzerner Psychiatrie in St. Urban.
Sicherheit Mit einem neuen Sicherheitszentrum in Sempach sollen optimale Strukturen für die Aufgabenstellungen der Polizei geschaffen werden. Die bestehenden Infrastrukturen des Zivilschutzausbildungszentrums und der ehemaligen zentralschweizerischen Polizeischule ermöglichen zusammen mit zweckmässigen Erweiterungsbauten einen zweiten Standort für die Polizei im Kanton Luzern.
Verwaltung Mit der Bildung von grösseren Verwaltungseinheiten sollen Synergien zwischen den einzelnen Dienststellen und Departementen genutzt werden. Dies ermöglicht eine effizientere und bürgernähere Erbringung der Verwaltungsleistungen.
Gerichte
 
Die neue Straf- und die neue Zivilprozessordnung des Bundes führen zu einer Anpassung der Gerichtskreise für die erstinstanzlichen Gerichte. Deren Standorte sind zu überprüfen. Als Folge davon ergeben sich neue Zumietungen, aber auch wegfallende Standorte. Im Weiteren sollen das Verwaltungsgericht und das Obergericht zu einem Kantonsgericht zusammengeführt und an einem gemeinsamen Standort konzentriert werden.
Weitere Bauten und Anlagen Diverse grosse Institutionen wie das Paraplegikerzentrum, die Klinik Hirslanden (St. Anna), die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA), die Verkehrsmanagementzentrale Schweiz oder die sozialrechtlichen Abteilungen des Schweizerischen Bundesgerichts werden in der nachfolgenden Koordinationsaufgabe R3-2 nicht explizit erwähnt, da sie überkantonal oder privatrechtlich organisiert sind. Dennoch sind diese Bauten und Anlagen für den Kanton von grosser strategischer Bedeutung. Der Kanton ist daher bestrebt, den Erhalt und die Weiterentwicklung dieser Institutionen an den bestehenden Standorten in geeigneter Form zu unterstützen.
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III. Koordinationsaufgaben

Querverweise:
R1-2 und R1-3
S4-3
S7-1
M3-1 und M3-2
L3-4
E5-2

R3-1 Immobilienstrategie

Die Dienststelle Immobilien erarbeitet eine übergeordnete Immobilienstrategie. Folgende Grundsätze sind in der Strategie umzusetzen:

  • Bevor Neuinvestitionen getätigt werden, ist zu prüfen, ob nicht die bestehenden Bauten und Anlagen durch organisatorische und betriebliche Massnahmen besser genutzt werden können.
  • Öffentliche Bauten und Anlagen sind für alle Benutzerinnen und Benutzer gut erreichbar und werden durch den öffentlichen Verkehr gut erschlossen.
  • Der Kanton strebt einen hohen Standard bezüglich des Einsatzes von ökologischen und vorwiegend einheimischen Baumaterialen, erneuerbarer
    Energien und Energieeffizienz sowie der Gestaltung an.
  • Anstelle des Verkaufs von kantonseigenen (landwirtschaftlichen) Liegenschaften ist auch deren mögliche Verwendung als Landreserve für den Landabtausch bei grösseren baulichen Vorhaben zu prüfen.  

Federführung: immo
Beteiligte: Gemeinden
Koordinationsstand: Zwischenergebnis
Priorität / Zeitraum: A (bis 2010)

 

Querverweise:
R1-2 und R1-3
S5-1
E5-2

R3-2 Räumliche Zuordnung von öffentlichen Bauten und Anlagen

Wenn der Bund, der Kanton oder die Gemeinden neue öffentliche Bauten und Anlagen erstellen, finanziell unterstützen oder deren Betrieb optimieren, berücksichtigen sie die angestrebte räumliche Zuordnung der öffentlichen Bauten und Anlagen. Von dieser Zuordnung kann dann abgewichen werden, wenn dies aus betrieblichen oder finanziellen Gründen gerechtfertigt ist und eine gute Erreichbarkeit sichergestellt wird.
 


Bauten / Anlagen

Verwaltung
Kantonsverwaltung

Sicherheit
Haft- und Untersuchungsgefängnis
Polizeischule
Sicherheitszentrum
Luzerner Polizei
Armee-Ausbildungszentrum

Bildung
Universität / Hochschule
Fachhochschule, Lehrerbildung
Zentral- und Hochschulbibliothek
Mittelschulen
Berufsschulen
Sonderschulen

Kultur und Freizeit
Museen
Kunst-, Kultur- und Kongressanlagen
öffentliche Sport- und Freizeitanlage

Gesundheit
Kantonsspital Luzern
Kantonsspital Sursee
Kantonsspital Wolhusen
Luzerner Psychiatrie
Klinik / Gesundheitszentrum
Alters- und Pflegeheime

Rechtspflege
Strafverfolgungsbehörden
Erstinstanzliche Gerichte
Kantonsgericht


Einzugsgebiet


Kanton

Kanton
mehrere Kantone
Kanton
Kanton
Schweiz

Schweiz
Zentralschweiz / Schweiz
Zentralschweiz
Kanton
Region / Kanton / Zentralschweiz
Region / Kanton

Region / Kanton

Schweiz/ Europa

Region / Zentralschweiz

Zentralschweiz
Region
Region
Zentralschweiz
Zentralschweiz / Schweiz
Region

Kanton
Kanton
Kanton


räumliche Zuordnung


HZ/RZ/SZ*

HZ/RZ
RZ/SZ
RZ/SZ
HZ
HZ

HZ
HZ
HZ
HZ/RZ/SZ
HZ/RZ/SZ
HZ/RZ/SZ

HZ/RZ/SZ

HZ/RZ*/SZ*

HZ/RZ/SZ

HZ
RZ
SZ
HZ/RZ
HZ/RZ
HZ/RZ/SZ

HZ/RZ/SZ
HZ/RZ/SZ
HZ/RZ

Bereiche Details
 

Federführung: immo, Gemeinde
Beteiligte: Gemeinden, RET
Koordinationsstand: -
Priorität / Zeitraum: B/E

Legende:
HZ = Hauptzentrum
RZ = Regionalzentrum
SZ = Subzentrum
* = Erfüllung der Standortanforderungen ist nachzuweisen

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