S2 Siedlungserschliessung und -gestaltung

Bereiche Details

I. Richtungsweisende Festlegung
S2 Es wird eine optimale Erschliessung und Nutzung der Bauzonen, eine Siedlungsentwicklung nach innen sowie eine hohe ortsbauliche und gestalterische Siedlungsqualität angestrebt.
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II. Erläuterungen
Ausgangslage Die heutige Siedlungsentwicklung im Kanton Luzern ist zu wenig haushälterisch und nur bedingt nachhaltig. Die Siedlungsplanung folgt häufig zu sehr den Zufälligkeiten der Interessen Privater sowie der bestehenden Eigentums- und Parzellenstruktur. Den öffentlichen Interessen nach einer geplanten und geordneten Siedlungsentwicklung und einer haushälterischen Nutzung des Bodens kommt noch zu wenig Gewicht zu.
Strategie

Einen wesentlichen Beitrag zur Standortqualität, zur effizienten Nutzung der Bauzonen und zur Siedlungsentwicklung nach Innen leisten Massnahmen, welche die räumlich zweckmässige Planung und die haushälterische Nutzung der Bauzonen unterstützen:

  • Die Erschliessungsplanung wird zielgerichtet eingesetzt, um die Siedlungsentwicklung zu steuern, eine haushälterische Bodennutzung zu erreichen und die Verfügbarkeit der Bauzonen zu verbessern.
  • Die Instrumente der Sondernutzungsplanung (Bebauungsplan, Gestaltungsplan) und der Landumlegung werden gezielt für die Steuerung der Siedlungsentwicklung, die räumlich optimale Anordnung der Erschliessung und die Verbesserung der Parzellenanordnung eingesetzt.
  • Mittels besonderer kommunaler Bau- und Zonenvorschriften und der Förderung von städtebaulichen Studien und Planungswettbewerben wird die Entwicklung nach Innen und die Erneuerung bestehender Siedlungen erleichtert und gefördert.
  • Für nicht verkehrsintensive Versorgungseinrichtungen (Detailhandelsgeschäfte, Quartierläden udgl.) können in der Nutzungsplanung günstige Rahmenbedingungen festgelegt werden, damit u.a. die Grundversorgung der Bevölkerung gewährleistet und eine Belebung der Ortskerne unterstützt wird.
  • Ziel müssen Quartiere mit hohen städtebaulichen / ortsbaulichen Qualitäten sein, die zudem eine hohe Wohnqualität bieten und die Anforderungen der Siedlungsökologie erfüllen.
  • Mit Infrastrukturverträgen zwischen Gemeinden und Grundeigen-tümern/Investoren werden Regelungen für die gemeinsame Planung und Realisierung von Infrastruktur und Ausstattung von Quartieren getroffen
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III. Koordinationsaufgaben

Querverweis:
R7-1 und R7-2
S1-3, S1-5 und S1-6
S2-2, S2-4 und S2-5
S5-2
S6-2
S9-1 und S9-2
M6-2
L3-3
E3-3
E4-1 und E4-2
E5-4
Wegleitung Kommu-
naler Erschliessungs-
richtplan, BUWD,
November 2003

S2-1 Erschliessung, Perimeterverfahren und Infrastrukturverträge

Die Gemeinden stimmen den Erschliessungsrichtplan mit ihrem Siedlungsleitbild ab. Er dient somit als Erschliessungsprogramm auch der Steuerung der Siedlungsentwicklung mit dem Ziel, die Siedlung in raumplanerisch zweckmässigen, bedarfsgerechten Etappen zu entwickeln und wirtschaftlich zu erschliessen.

Die Gemeinden führen die erforderlichen Perimeterverfahren für die Erhebung der Kostenanteile der Privaten an die Erschliessung rechtzeitig durch, insbesondere bei unüberbauten Bauzonen, die seit langem eingezont sind, für die aber (noch) keine Realisierungsanstrengungen feststellbar sind.

Die Gemeinden können mit den Grundeigentümerinnen und -eigentümern auf der Basis der Erschliessungsrichtpläne Infrastrukturverträge abschliessen, in welchen eine effiziente, partnerschaftliche und zweckmässige Lösung für die Erschliessung und deren (Mit-)Finanzierung durch Private festgelegt wird.

Federführung: Gemeinden
Beteiligte: rawi, betroffene Werke
Koordinationsstand: Festsetzung
Priorität / Zeitraum: B/E

 

Querverweise:
R7-1 und R7-2
S1-3 bis S1-5
S2-1, S2-3 bis S2-5
S5-2
S9-1 und S9-2
L3-3
E5-4
Arbeitshilfe Orts-
planungen mit
Bebauungskonzep-
ten, rawi, Juli 2011

S2-2 Sondernutzungsplanungen und Landumlegung

Die Gemeinden setzen die Sondernutzungspläne (Bebauungsplan, Gestaltungsplan) gezielt ein für

  • die Steuerung der Siedlungsentwicklung,
  • die Quartiergestaltung inkl. Frei- und Grünräumen,
  • die räumlich zweckmässige Anordnung der Erschliessung und
  • die Verbesserung der Parzellen- und Eigentumsstruktur

mit dem Ziel, eine optimale und haushälterische Nutzung der Bauzonen sicherzustellen.

Die Gemeinden wenden zur Optimierung der Parzellen- und Eigentumsstruktur vermehrt das Instrument der Landumlegung an.

Federführung: Gemeinden
Beteiligte: rawi
Koordinationsstand: Zwischenergebnis
Priorität / Zeitraum: B/E
 

Querverweise:
R7-1 und R7-2
S2-2, S2-4 und S2-5
S5-1 und S5-2
S9-1 und S9-2
L3-3
E5-4
Arbeitshilfe Orts-
planungen mit
Bebauungskonzep-
ten, rawi, Juli 2011

S2-3 Verdichtung und Erneuerung von Quartieren

Die Gemeinden erleichtern und unterstützen die Verdichtung und Erneuerung von bestehenden Quartieren durch entsprechende Zonenvorschriften im Bau- und Zonenreglement. Die Gemeinden können im Rahmen von Infrastrukturverträgen besondere Leistungen von Grundeigentümern/Investorinnen für qualitätsvolle Quartierplanungen abgelten.

Federführung: Gemeinden
Beteiligte: rawi
Koordinationsstand: Zwischenergebnis
Priorität / Zeitraum: B/E
 

Querverweise:
R7-1 und R7-2
S2-1 und S2-3
S5-2
S8-1
S9-1 und S9-2
L3-3
E5-4

S2-4 Kleinräumige Zuordnung von nicht verkehrsintensiven Versorgungseinrichtungen

Für nicht verkehrsintensive Versorgungseinrichtungen können in den Nutzungsplanungen besondere Rahmenbedingungen und Nutzungsvorschriften festgelegt werden. Dabei ist auf die gute Erreichbarkeit für die verschiedenen Verkehrsarten (motorisierter Individualverkehr, öffentlicher Verkehr, Langsamverkehr), die Auswirkungen auf die lokale Umwelt- und Verkehrssituation, die Belebung des Ortskerns sowie die bestehende Versorgungsstruktur zu achten.

Federführung: Gemeinden
Beteiligte: RET, rawi
Koordinationsstand: Zwischenergebnis
Priorität/Zeitraum: E
 

Querverweise:
R7-1 und R7-2
S1-5
S2-1 und S2-3
S5-2
S9-1 und S9-2
M6-2
L3-3
E5-4

S2-5 Siedlungsausstattung mit Grün-, Frei- und Naherholungsräumen sowie Siedlungsökologie

Im Interesse einer hohen Lebensqualität in den Wohn- und Arbeitsgebieten statten die Gemeinden diese angemessen mit Grün-, Frei- und Naherholungsräumen aus und legen diese so an, dass sie für alle Bevölkerungsteile gut erreichbar sind. Diesen Anliegen ist insbesondere bei der Orts- und Erschliessungsplanung Rechnung zu tragen.

Die Gemeinden tragen bei ihren raumwirksamen Tätigkeiten den Anliegen der Siedlungsökologie angemessen Rechnung.

Federführung: Gemeinden
Beteiligte: rawi, lawa
Koordinationsstand: Zwischenergebnis
Priorität / Zeitraum: E
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