S4 Weiler und Kleinsiedlungen

Bereiche Details

I. Richtungsweisende Festlegung
S4 Die ländlichen Kleinsiedlungen sollen erhalten und massvoll weiterentwickelt werden können.
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II. Erläuterungen
Erhaltung der ländlichen Strukturen Der Kanton Luzern weist zahlreiche Kulturlandschaften auf, die durch die traditionellen landwirtschaftlichen Nutzungsformen der Streubauweise geprägt sind. Für die Erhaltung dieser ländlichen Strukturen kommt den Weilern eine wichtige Bedeutung zu. Oft übernehmen Einrichtungen in Weilern wie Konsumversorgung, Schulen, Restaurants, Poststellen u.ä. eine Stützpunktfunktion auch für einen weiteren Einzugsbereich des Einzelhofgebietes.
Inhalt der Weilerzonen Mit der Weilerzone steht eine bedarfsgerechte Zonenart zur Verfügung, in welcher Neubauten und umfassende Zweckänderungen nur unter einschränkenden Voraussetzungen zulässig sind. Zu diesen Voraussetzungen gehören die Erhaltung der Stützpunktfunktion, die Respektierung des bestehenden Siedlungsgefüges und die Erhaltung der bestehenden landwirtschaftlichen Betriebe.
Vorgaben für die regionalen Entwicklungsträger und die Gemeinden Im Kanton Luzern sind die regionalen Entwicklungsträger zuständig, aufgrund von umfassenden Bestandesaufnahmen die erhaltenswerten Kleinsiedlungen zu bezeichnen. Aufgrund dieser Festlegungen sind die Gemeinden befugt, bei Bedarf Weilerzonen in der kommunalen Nutzungsplanung auszuscheiden. Der kantonale Richtplan enthält die einheitlichen Vorgaben an die regionalen Entwicklungsträger und Gemeinden, welche bei der Bezeichnung von Weilern zu berücksichtigen sind.
Stand- und Durchgangsplätze für Fahrende Die Kantone sind angehalten, zusammen mit den Beteiligten eine angemessen räumlich verteilte, ausreichende Anzahl von zweckmässig ausgestatteten Stand- und Durchgangsplätzen für Fahrende festzulegen. Im Kanton Luzern betrifft es den kommunalen Aufgabenbereich, sind doch die Gemeinden für die Regelung der Nutzung ihrer Gebiete verantwortlich. Stand- und Durchgangsplätze für Fahrende fehlen insbesondere in der Agglomeration Luzern und im Raum Sursee. Gemeinden und regionale Entwicklungsträger streben die Ausscheidung und Schaffung solcher Plätze nach den einschlägigen Richtlinien an. Immerhin besteht nach kantonalem Recht (§ 177 PBG) schon die Möglichkeit für temporäre Lösungen, die es den Gemeinden erlaubt, das Abstellen von Fahrzeugen von Fahrenden ohne Baubewilligung bis zu 30 Tage auf geeigneten Grundstücken zuzulassen.
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III. Koordinationsaufgaben

Querverweis:
Art. 33 RPV
R2-2 und R2-3
E3-1 bis E3-3
E4-1

S4-1 Bezeichnung der erhaltenswerten Kleinsiedlungen

Die regionalen Entwicklungsträger ordnen die erhaltenswerten Kleinsiedlungen entsprechend ihrer Struktur den Weilertypen A, B und C zu°. Dabei gelten

  • als Typ A (landwirtschaftlich): Weiler mit vorwiegend landwirtschaftlichen Bauten und Nutzungen sowie einzelnen nicht landwirtschaftlichen Bauten und Nutzungen,
  • als Typ B (gemischt): Weiler, bei denen landwirtschaftliche Bauten und Nutzungen mit anderen gemischt sind oder bei denen wenig landwirtschaftliche Bauten und Nutzungen bestehen,
  • als Typ C (nicht landwirtschaftlich): Weiler mit vorwiegend nicht landwirtschaftlichen Bauten und Nutzungen sowie einzelnen landwirtschaftlichen Bauten und Nutzungen.
Federführung: RET
Beteiligte: Gemeinden, rawi
Koordinationsstand: Festsetzung
Priorität / Zeitraum: B
° Fassung gemäss Genehmigung des Bundesrates vom 24. August 2011


Querverweis:
§ 47 PBG
E3-1 bis E3-3
E4-1

S4-2 Ausscheiden von Weilerzonen in der kommunalen Nutzungsplanung

Die Gemeinden können im Rahmen ihrer Nutzungsplanung für die Weiler des Typs B und C Weilerzonen ausscheiden. Die zugehörigen Bestimmungen im Bau- und Zonenreglement sind in erster Linie auf die Erhaltung der bestehenden Bausubstanz und auf eine harmonische Eingliederung in die Landschaft auszurichten. Soweit zur Stärkung der Stützpunktfunktion oder zur Verhinderung der Abwanderung der Wohnbevölkerung zusätzlich eine massvolle Entwicklung erforderlich ist, können weitergehende Massnahmen (An- und Umbauten, Neben- und Kleinbauten, Nutzungsänderungen von untergeordneter Bedeutung, allenfalls einzelne Neubauten) zugelassen werden, sofern die bestehende Infrastruktur für die Erschliessung (Strom, Wasser, Abwasser usw.) ausreichend ist.

Federführung: Gemeinden
Beteiligte: rawi
Koordinationsstand: Zwischenergebnis °
Priorität / Zeitraum: B
° Fassung gemäss Genehmigung des Bundesrates vom 24. August 2011


Querverweis:
R2-2 und R2-3
R3-1
R9-2

S4-3 Stand- und Durchgangsplätze für Fahrende

Für Fahrende wird der Bau und Betrieb von räumlich angemessen verteilten und zweckmässig ausgestatteten Stand- und Durchgangsplätzen angestrebt.

Federführung: RET
Beteiligte: rawi, immo, Gemeinden
Koordinationsstand: Zwischenergebnis
Priorität / Zeitraum: D/E
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