S6 Entwicklungsschwerpunkte (ESP)

Bereiche Details

I. Richtungsweisende Festlegung
S6 Im Hauptzentrum, in den Regionalzentren und auf der Hauptentwicklungsachse werden volkswirtschaftlich bedeutende kantonale Entwicklungsschwerpunkte festgelegt und entwickelt. Potenzielle Investoren werden bei der Standortwahl umfassend beraten und unterstützt; dabei sind ESP prioritär zu behandeln.
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II. Erläuterungen
Bedeutung der Entwick-
lungsschwerpunkte
Mit den Entwicklungsschwerpunkten werden grossflächige Arbeitsplatzgebiete an gut erschlossenen Standorten festgelegt, an deren qualitativ guter Entwicklung bis zur Baureife, Verfügbarkeit und Promotion ein vorrangiges volkswirtschaftliches Interesse besteht. Solche ESP können für die Nutzungsprofile Industrie/Gewerbe/Logistik, Büro/Dienstleistungen und Einkaufen/Freizeit ausgeschieden werden. Die Nutzungsprofile zeigen die Schwerpunkte der angestrebten Entwicklung des betreffenden ESP auf.
Abstimmungsbedarf

Mit der Förderung von Entwicklungsschwerpunkten wird eine Stärkung der Wirtschaftskraft im Kanton Luzern sowie die Abstimmung von Siedlung und Verkehr im Bereich der Arbeitsplätze angestrebt unter Berücksichtigung folgender Aspekte:

  • Ein ESP-Programm bildet ein zentrales Element der Standortpolitik und eine Grundlage für die kantonale Wirtschaftspolitik. Mit einem ESP-Programm können die Instrumente der Wirtschaftsförderung und der Raumplanung gezielt und koordiniert eingesetzt werden.
  • Die Wirtschaft verlangt heute rasche Verfahren und eine flexible Nutzung der Standorte. Eine Nachfrage besteht einerseits nach hochzentralen und an Achsen des öffentlichen Verkehrs gelegenen Standorten, andererseits nach grösseren Flächen in unmittelbarer Autobahnnähe für Industrie, Gewerbe und vorwiegend auf den Individualverkehr ausgerichtete Verkaufsnutzungen. Durch gezielte planerische Vorleistungen (ESP-Planungen) können für den Investor eine gewisse Planungssicherheit erreicht und zeitlich überschaubare Verfahrensabläufe gewährleistet werden.
  • Die oft komplexe Ausgangslage (u.a. Verfügbarkeit der Parzellen, Verkehrserschliessung) und die vielschichtigen Ziele in den Bereichen Nutzung, Verkehr, Umwelt, Städtebau etc. erfordern ein koordiniertes und abgestimmtes Vorgehen, um die einzelnen Standorte rasch zu entwickeln. Eine ESP-Planung kann dies garantieren und somit zu einer Verbesserung der Rahmenbedingungen beitragen.
  • Gesamthaft betrachtet, reduziert die mit den ESP-Planungen konzentrierte Ansiedlung von Arbeitsplätzen an gut erschlossenen Standorten den Flächenverbrauch und die Umweltbelastung. Ausserdem werden die bestehenden Infrastrukturen besser bzw. allenfalls neu zu erstellenden angemessen ausgelastet, was insgesamt zu einer nachhaltigen Entwicklung beiträgt.
Angestrebte räumliche Entwicklung

In Zeiten knapper Finanzen ist auch die Raumordnungs- und Wirtschaftspolitik effizient auszugestalten. Die Raum- und Zentrenstruktur des Kantons Luzern sieht aufgrund der wirtschaftlichen Potenziale eine spezifische Konzentration auf die Hauptentwicklungsachse vor. Aufgrund der hier ausgezeichneten Erreichbarkeit werden die ESP von kantonaler Bedeutung entlang dieser Achse ausgeschieden. Aus regionalpolitischen Gründen werden zusätzlich die nahe der Hauptentwicklungsachse gelegenen Regionalzentren Willisau und Hochdorf mitberücksichtigt. In den übrigen Kantonsteilen können allenfalls regionale ESP bezeichnet und bewirtschaftet werden.

ESP sind optimal mit dem öffentlichen und/oder privaten Verkehr (je nach Nutzungsprofil) erschlossen. Bei ungenügender Erschliessungssituation sind ESP bei der Investitionsplanung von Strasse (inkl. Bus) und Schiene mit hoher Priorität zu behandeln, damit eine Abstimmung von Siedlung und Verkehr gewährleistet ist.

Der Kanton, die regionalen Entwicklungsträger und die Gemeinden fördern die ESP in enger Zusammenarbeit mit den weiteren Beteiligten (Grundeigentümer, Transportunternehmen, Investoren etc.).
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III. Koordinationsaufgaben

Querverweis:
R1-2 und R1-3
R7-1 und R7-2
S1-5
S6-2
S7-1
S8-2
M3-1 und M3-2
M5-1
E5-2
Richtplan-Karte

S6-1 Standorte kantonaler Entwicklungsschwerpunkte (ESP)

Kantonale Entwicklungsschwerpunkte mit spezifischen Nutzungsprofilen sind:

Standort Nutzungsprofil Entwicklungsstand (2009)
Standort

ESP Rontal
ESP Perlen/Schachen
ESP Luzern Süd
ESP Luzern Bahnhof
ESP Luzern Nord
ESP Rothenburg Station
ESP Sursee Nord
ESP Sursee Zentrum
ESP Reiden/Wikon
ESP Dagmersellen
ESP Willisau
ESP Hochdorf
Nutzungsprofil

I/G/L, B/DL, E/F
I/G/L
I/G/L, B/DL, E/F
B/DL, (E/F)
I/G/L, B/DL, E/F
I/G/L, (B/DL)
I/G/L, (B/DL)
B/DL, (E/F)
I/G/DL/L
I/G/DL/L
I/G/DL, (E/F)
I/G/DL, (E/F)
Entwicklungsstand (2009)

Bearbeitung NP
Bearbeitung NP
Bearbeitung NP
Bearbeitung NP
Bearbeitung NP
Baureifeerstellung, Promotion
KV pendent
KV in Bearbeitung
KV pendent
KV pendent
KV pendent
Promotion
Federführung: rawi, Gemeinden
Beteiligte: RET
Koordinationsstände:
  Festsetzung: Standorte
  Zwischenentscheide: Nutzungsprofile
  Vororientierung: Entwicklungsstände
Priorität/Zeitraum: B/E

Legende:
I = Industrie
G = Gewerbe
L = Logistik
B = Büronutzung
DL = Dienstleistungen
E = Einkauf
F = Freizeit
NP = Nutzungspln
KV = Kooperationsvereinbarung
 

Querverweis:
R1-2 und R1-3
R7-1 und R7-2
R8-1
S1-5
S2-1
S6-1
S8-1 bis S8-3
M1-1 und M1-2
M3-1 bis M3-3
M5-1, M5-3 bis M5-6
M6-1 bis M6-3
E5-2
Richtplan-Karte

S6-2 Entwicklung kantonaler Entwicklungsschwerpunkte

Die zeit- und marktgerechte Entwicklung der Entwicklungsschwerpunkte wird mit einer Kooperationsvereinbarung zwischen der Standortgemeinde, kantonalen Dienststellen und weiteren Beteiligten (kantonale Wirtschaftsförderung, Grundeigentümer, regionale Entwicklungsträger) festgelegt. Die Kooperationsvereinbarung regelt insbesondere die Entwicklungsabsichten, die planerischen Instrumente, die Erschliessung sowie die Informations-, Promotions- und Marketingmassnahmen.

Federführung: Gemeinden
Beteiligte: rawi, Wirtschaftsförderung Luzern, RET, Grundeigentümer, Investoren, ASTRA
Koordinationsstand: Festsetzung
Priorität / Zeitraum: B/E
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